Schadensbegrenzung!

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Ein Kommentar von Lars Schafft. Es war vor der Ratssitzung kein Gerücht und mehr konnten die Spatzen nicht von ihren Dächern pfeifen: Die Badelagune in Norddeich wird es nicht geben. An die Nase fassen müssen sich nun alle, die schon vor der Kommunalwahl im Herbst 2016 im Rat saßen.

Gegen die vorab schon deutlich mitgeteilte Meinung half auch ein ellenlanger Vortrag von Karl Wefers vom Planungsbüro SWUP nichts, der dem Rat klarmachen sollte, dass eine Lagune technisch möglich gewesen wäre. SPD-Genossen müssen an Peer Steinbrücks Bonmot »hätte, hätte Fahrradkette« erinnert worden sein, stand doch schon vorher fest, dass keine Fraktion den immensen Investitionen ohne Förderungsgelder ein »Ja« gegeben hätte.

Warum das Ganze also? Es sah alles danach aus, als ob Kurdirektor Armin Korok, vom Rat zu dieser Planung beauftragt, noch einmal aufzeigen wollte, wie akribisch er diesem Auftrag gefolgt ist, das alles, wirklich alles, haargenau überprüft worden ist und er letztendlich »sauber« dasteht. Nach dem Motto: »Seht her, liebe Ratsmitglieder. Alles gut. Jetzt müsst ihr entscheiden. Ich habe meine Pflicht erfüllt.« Er steht so zu seinem Wort: »Es ist kein Geheimnis, dass ich Initiator und Motor der Lagunenplanung bin.«

Wie ein Fels in der Brandung ist er derzeit der einzige Befürworter, der »Kante zeigt«. Was dabei unter den Teppich gekehrt wird: Alternative Bademöglichkeiten wurden bereits 2011 unter dem damaligen Kurdirektor Claudio Schrock-Opitz erarbeitet und in die Schublade gepackt. Peinlich für Ratsmiglieder, die jetzt behaupten, es hätte nie einen Plan B gegeben.

Beschämend zudem für diejenigen, die keinen Stopp der weiteren Planungen herbeigeführt haben. Die Lagune wäre finanziell nie machbar gewesen, das hätten auch die damaligen Befürworter (Ex-Bürgermeisterin Schlag, ZoB) als auch die vorsichtigen Oppositionellen erkennen müssen. Und entsprechend Steuergelder sparen können.

Status quo: Nichts Genaues weiß man nicht. Zahlen werden geschmissen und widerrufen (500.000/Jahr für den Betrieb des alten Freibads oder 200.000 oder gar nur 100.000?), Alternativen sind bisher nicht abrufbar oder überprüfbar.

Die Beschlussvorlage war schwammig wie es eben geht und es muss noch darüber entschieden werden, ob es eine Erweiterung des Ocean Wave, eine Wiederbelebung des Freibads oder ein neues Freibad westlich des Haus des Gastes geben wird. Bitte wann? Seit drei Jahren gibt es – wie so häufig gehört – keine tideunabhängige Bademöglichkeit in Norddeich. Wie lange noch?

Derzeit wohl favorisierte Option eins ist die Erweiterung des Ocean Waves um ein größeres Außenbecken. Liebe Leute, welche Familie mit Kleinkindern, Buggy und Zelt macht sich dahin zu Fuß auf den Weg vom Strand? Ist das bisherige Angebot (Strand bei gutem Wetter, Hallenbad bei schlechtem) nicht ausreichend? Option zwei wäre »Irgendetwas« auf der jetzigen Fläche des Freibads einzurichten. Mit einer Tiefe von 1,35 Meter – also ein Planschbecken, nicht mehr.

Option drei wäre etwas Ähnliches westlich des Haus des Gastes – Planschbecken, genau, nur hätte man die alten Becken östlich davon immer noch. Welcher Tourist sieht gern Marodes?

Sowohl Kurdirektor, als auch Rat und Aufsichtsrat der Wirtschaftsbetriebe müssen sich schnellstens zusammensetzen, um eine nachhaltige Lösung zu finden. So kann es nicht weitergehen. Die Politiker, die sich seit mehr als sechs Jahren damit beschäftigen, müssen sich fragen, ob sie nicht fehl am Platze sind. Seitdem sind alle (Nicht-)Entscheidungen, entschuldigen Sie das Wortspiel, ein Schlag ins Wasser gewesen.

Tideunabhängiges Baden in Norddeich ...

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6 Kommentare

  • Louisa meint:

    Eine Bademöglichkeit in Form von Piscina Naturale wäre eine Option gewesen.

    Unsere Nachbarn machen uns das alle vor. Egal ob Italien, Spanien, Frankreich oder Madeira. Überall wo baden nicht möglich ist, gibt es natürliche Poolanlagen. Ich liebe das Watt. Aber natürliche Poolanlagen sind nicht nur was fürs Auge und den Tourismus, sondern auch eine willkommene Erfrischung wenn die Sonne von oben brennt.

    Ocean Wave? Schandfleck. Hässlich und ohne Sinn.

  • FW meint:

    Wenn es denn schon ein Planschbecken sein soll, dann aber für jedermann. Dafür gibt es in anderen Städten oder auch den Nachbarländern viele tolle Beispiele. Das muss dann auch kein Salzwasser sein, denn davon haben wir an der Küste schon genug.
    Da wäre es sinnvoll, sich auch mal bei den Bürgern zu erkundigen. Vielleicht hat ja der ein oder andere schöne Ideen, die auch umsetzbar sind. Den Standort dafür gäbe es ja schon. Was nützt mir ein Wabenähnliches Schwimmbecken, in das ich die meiste Zeit des Jahres gar nicht gehen kann, weil es zu kalt ist.

    • Der Niederrheiner meint:

      Hallo und Guten Tag, Ihrer Argumentation kann ich nicht folgen,dann müssen 75% der Deutschen Freibäder geschlossen werden und übrigens nicht jeder hat die Nordsee vor der Türe.Dann brauchte Norddeich auch kein Bad weil dann jeder Salzwasser vor der Tür hätte.

      Der Niederrheiner Gast seit 25 Jahren

  • Der Niederrheier meint:

    Als langjähriger Gast in Norddeich frage ich mich was passiert mit meiner Kurtaxe.Seit Jahren gammelt das Freibad vor sich hin.Zuletzt wurde noch der gesamte Boden des Bades gestrichen ,um danach für die nächsten Jahre geschlossen ,ein schönes Bild vorzugauckeln .Es wir doch nicht so schwer sein eine Immobilie so in Stand zu halten ,das im Sommer dort gebadet werden kann.Aber ein blaues Schaf auf dem Sprungturm ist natürlich vorrangig.Die Web cam zeigte dieses über Jahre! Wenn man nun über einen Neubau im Bereich Hallenbad nach denkt,sollte man sich fragen, wer fährt an die Nordsee um dann in ein 300 m entferntes Freibad b.z. Planschbecken zu gehen , damit das Schaf eine gute Aussicht hat.Die Fantasien einiger Planer sollten sich mal an die Bedürfnisse der Menschen orientieren die hier jahrelang mit ihrer Kurtaxe und den Ausgaben in N N diesen Ort zu dem gemacht haben was es heute ist.Aber planen Sie ruhig weiter,dann werden Sie bald auf Regionen schauen die sich mit der Planung am Kunden ( Gäste) orientiert haben. Gäste sind fahren dahin wo es ihnen gefällt.

  • Jürgen Heckrodt meint:

    Wenn man sich an die kritischen Stimmen der Fachleute und Leistungsträger nach 3 Jahren zurück erinnert, dann ist die Haltung des Kurdirktors, des Aufsichtsrates der WBN und auch der Ratsmitglieder eine schallende Ohrfeiige für diese. In meinen Augen stellt sich hier die Frage, ob diese Damen und Herren nicht in Regress genommen werden dürfen. So geht man nicht mit Bürgerwillen und vor Allem mit dem Geld der Bürger um. Blindes Vertrauen in einen Angestellten hat bei den WBN schon einmal fast zum Konkurs geführt… Und? Hat sich danach gravierend was verbessert, ausser das nun in Brandenburg gedruckt wird, statt Norder Betriebe zu unterstützen? Es wird Zeit, dass die WBN von Unabhängigen kontrolliert werden bzw. endlich mal transparent werden.

  • Keven Janssen meint:

    Toller Bericht. Ich kann mir auch nicht vorstellen das die Lösung am Ocean Wave eine gute ist. Sieht für mich eher aus wie ein Versuch das Ocean Wave mit mehr Besuchern zu beleben.

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