Aus fürs Eis

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Der Norder Weihnachtsmarkt ist in diesem Jahr um eine Attraktion ärmer: Die beliebte Nörder Schöfelbahn wird aus Kostengründen nicht aufgebaut.

Nach der Debatte um den Standort der Schöfelbahn ist nun klar, dass diese umsonst geführt worden ist. Eine Eislaufmöglichkeit wird es in diesem Jahr im Rahmen des Ludgeri-Weihnachtsmarktes nicht geben. Der Betreiber, die Bochumer Agentur iventos, begründet dies mit fehlenden Sponsoren, um die Kosten fürs Kufenflitzen zu decken.

In den sozialen Medien stößt das Aus fürs Eis auf großes Unverständnis. Vielen Usern tut die Entscheidung vor allem für die Kinder leid. Stefan Fröhlich schreibt auf facebook: »Wir gehören seit Jahren zu den Sponsoren für die Eisbahn und hätten uns definitiv »watt marken laaten«, wenn wir von der Misere gewusst hätten. Hat nur keiner was gesagt.«

Scharfe Kritik der SPD: »Mangelnde Kommunikation seitens des Bürgermeisters«

Ins gleiche Horn stößt die Norder SPD-Fraktion. »Mit großem Bedauern und Unverständnis« habe man aus der Zeitung erfahren, dass die Schöfelbahn in diesem Jahr nicht aufgebaut wird. »Warum wird die Politik wieder einmal bei so einer wichtigen Entscheidung von Bürgermeister Heiko Schmelzle außen vor gelassen?“, fragt die Fraktionschefin Julia Feldmann. Die Politik sei erst in der letzten Woche durch die Verwaltung informiert worden, dass es Schwierigkeiten bei der Finanzierung und der Suche nach Sponsoren gibt.

»Wir hoffen, dass es im nächsten Jahr gelingt, die Finanzierung der Eisbahn zu gewährleisten, damit nicht auf Dauer diese wichtige Ergänzung des Weihnachtsmarktes für unsere Kinder und Jugendlichen für immer aus dem vorweihnachtlichen Stadtbild verschwindet«, so Feldmann weiter. »Dieser Vorgang ist ein weiteres Beispiel für die mangelnde Kommunikation des Bürgermeisters mit den Entscheidungsträgern der politischen Parteien im Rat der Stadt Norden.“

FDP holt zum Rundumschlag aus

»Das Scheitern zur Aufstellung der Nörder Schöfelbahn ist auf Versäumnisse der Norder Verwaltungsspitze, des Betreibers iventos und der IG Ludgeri zurückzuführen«, urteilen die Liberalen. Bereits zu Beginn des Jahres sei es diesen Beteiligten klar gewesen, dass der Eisbahnbetrieb in der Saison 2016/2017 ein erhebliches finanzielles Defizit erwirtschaftet haben könnte. »Der Rat der Stadt Norden wurde zu keinem Zeitpunkt über die Misere um die Schöfelbahn informiert. Erst als es viel zu spät ist, wird ein wiederholter Alleingang des Bürgermeisters offenkundig.«

Eine Mitschuld sieht die FDP auch bei der IG Ludgeri, die den Weihnachtsmarkt organisiert. Sie verfügte über genügend geldliche Mittel – »eine Unterstützung für den Betrieb der Eisbahn gab es dennoch nicht.«

Ebenfalls Ziel der Kritik der Liberalen ist die Agentur iventos. Sie habe die Eisbahn vor Jahren sehr kostengünstig von den Wirtschaftsbetreiben der Stadt Norden GmbH erworben, ebenfalls einen erheblichen jährlichen Zuschuss von der Stadt Norden erhalten und lediglich stark reduzierte Energiekosten zu zahlen gehabt, trotzdem sei sie »nicht in der Lage« gewesen, den Eisbahnbetrieb wirtschaftlich zu führen. »An mangelndem Zuspruch der Besucher aus nah und fern kann es nicht gelegen haben.«

Foto: Agentur iventos