Nahverkehr: Grüne verlangen mehr Mobilität und besseren Klimaschutz

, , – 384 mal gelesen

In wenigen Wochen wird der Kreistag den neuen Nahverkehrsplan zum öffentlichen  Personenverkehr verabschieden „und damit auch das Norder Land für die Einwohner und Touristen zeitgemäßer und attraktiver machen“, wie Walter Zuber, Vorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen in Norden hofft.

Bislang seien mobilitätseingeschränke Menschen und Fahrradfahrer faktisch außen vor, was dringend geändert werden müsse. Der neue Nahverkehrsplan habe dafür zu sorgen,  so der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Norder Rat, Helmut Fischer-Joost, dass Menschen uneingeschränkt besser und schneller von A nach B kommen und es zu erleichtern, das Auto stehen zu lassen oder sogar abzuschaffen, was zugleich für besseren Klimaschutz sorge.

Konkret fordern die Grünen dies

  1. Der Landkreis Aurich stellt sicher, dass das Niedersachsenticket uneingeschränkt für alle öffentlichen Buslinien und Schienenverkehre im Kreisgebiet gilt; auf die angrenzenden  Landkreise wird eingewirkt, ebenso zu verfahren.
  2. Die Einwohner Nordens und die Urlaubsgäste der Stadt Norden haben den Urlaubertarif  für Busfahrten auf der Linie 412 zwischen Norden und Norddeich sehr gut angenommen.  Der vergleichsweise niedrige Fahrpreis ist ein Garant für die hohe Nutzungsintensität.
    Um keinen Personenkreis auszuschließen sollten behindertenfreundliche Linienbusse  eingesetzt werden. Damit wird älteren Menschen ebenso wie betagte Urlauber, die
    Möglichkeit haben, den ÖPNV zu nutzen. Auch Eltern mit Kinderwagen, z.B.  BewohnerInnen der Kur-Einrichtungen und Personen der Rehabilitationseinrichtungen, also  allen Mobilitätsbehinderten, würde die Fahrt mit einem entsprechend eingerichteten  Linienbus erleichtert. Der Bus sollte absenkbar sein und eine größere Abstellfläche für
    Rollstühle, Gehhilfen und Kinderwagen haben.
    Da bereits im letzten Urlauberbus eine Steigerung der Fahrgastzahlen auf dieser Strecke erreicht wurde, würde die Fahrgastzahl durch diese Fahrgastgruppen steigen. Dies passt zu dem Vorhaben, die Barrierefreiheit im Landkreis Aurich insgesamt herzustellen. Wegen der Patienten in der Dr. Becker Rehabilitationsklinik besteht zusätzlich Handlungsbedarf.
  3. Die Krummhörn mit Greetsiel, Dornum mit Dornumersiel und Norddeich als größere Tourismuszentren werden bereits von verschiedenen Buslinien frequentiert. Touristen legen viele dieser Strecken am Deich mit dem Fahrrad zurück. Jedoch zwingt oft der unvorhergesehene Wind diesen Personenkreis auf dem Rückweg eine beschwerliche Bündnis 90 / Die Grünen – Ortsverband Stadt Norden – Schulstr. 33, 26506 Norden, Sprecher: Walter F. Zuber, Tel. 0175 1545208, walter.f.zuber@gmail.comRückreise mit Gegenwind anzutreten. Hier wäre es wünschenswert, wenn die Busse
    a. Fahrräder mittels einem Busanhänger z. B. auf jeder zweiten Linienfahrt,
    transportieren könnte, oder b. Fahrräder mit in die Linienbusse genommen werden könnten.
    Dies setzt voraus, dass die Busse breitere und tiefer gelegte Einstiege haben, was auch mobilitätsbehinderten Menschen zugute käme.
  4. An wichtigen Umsteigepunkten wie z. B. dem ZOB/Bahnhof Norden ist eine größere Anzahl von geordneten überdachten Fahrradabstellmöglichkeiten einzurichten.
  5. Die Bushaltestelle vor dem Ulrichs-Gymnasium in Norden ist eine Gefahrenstelle und damalige Planungsfehler sollten behoben werden. Ein hohes Verkehrsaufkommen mit Bus, PKW, Fahrradfahrer und Fußgänger ohne eine klare Trennung und mit Überschneidungen sollten klarer getrennt werden.
  6. Der neu eingerichtete Busbahnhof an der Rosenstraße in Marienhafe wurde fehlplaziert angelegt. Es besteht keine direkte Verbindung zwischen dem Bus und dem Bahnhof – der gerade neu fertig gestellt wurde. Eine umsteigefreie Anfahrt zum Bahnhof ist notwendig.
  7. Um die Reisegeschwindigkeit der Streckenverbindung Aurich – Emden zu erhöhen sollte die vorhandene Schienenstrecke auch für den Personennahverkehr erschlossen werden. Alle auf der Strecke befindlichen Warteeinrichtungen für Busse könnten auch für die Nahverkehrszüge als Haltepunkte geeignet sein – nach geplantem Einsteigeaufkommen. Vorstellbar wäre eine Art Straßenbahn entweder auf den vorhandenen Schienenkörper oder aber eine „Schmalspurbahn“ in der Art einer Straßenbahn.
  8. Die Einwohner Nordens sind auf eine gute Verbindung zum Mittelzentrum Aurich angewiesen. Viele Berufspendler benötigen zuviel Zeit um mit dem bestehenden ÖPNV-Netz nach Aurich zu kommen. Die Bus-Mindestfahrzeit beträgt 57 Minuten, die längste ermittelte Fahrzeit über Georgsheil 1 Std. 18 Minuten.
    Mit einem Schnellbus (Shuttle) ließe sich diese Fahrzeit auf ca. 40 Minuten reduzieren, wenn auch die Ampelanlagen entsprechend mit einer Busvorrangschaltung ausgestattet würden, was hiermit vorgeschlagen wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.