ZoB zur Regionalklinik: »ein schlechter Scherz«

, – 1.983 mal gelesen

Der Standort Norden der Ubbo-Emmius-Kliniken war schon länger gefährdet, nun sollen nach Planungen der Trägergesellschaft sowohl die Krankenhäuser in Norden als auch in Aurich geschlossen werden. Trotz Bürgerentscheids favorisieren die Verantwortlichen Georgsheil als Standort für ein neues, gemeinsames Krankenhaus. »Ein schlechter Scherz!«, findet Ratsherr David Gronewold von der ZoB.

David Gronewold: »Das ist Konsens in der ZoB. Wir haben immer gesagt, dass das Norder Krankenhaus nicht einfach kalt abgewickelt werden darf. Und das passiert aber nach wie vor.

Im Übrigen missachtet das Vorgehen jetzt den Bürgerentscheid insgesamt durch die Hintertür – ganz schlechter Stil.«

Wen halten Sie für verantwortlich für diese Entwicklung?

David Gronewold: Es geht gar nicht in erster Linie um die Frage, ob eine Zentral-/Regionalklinik besser ist, sondern uns geht es um die Frage, wie man mit dem Norder Krankenhaus jetzt umgeht. Und mit den Arbeitskräften, die einem Leid tun müssen, sowie den Patienten.

Die Kreisverwaltung hätte von vornherein offen und ehrlich kommunizieren müssen. Da lag einer der ersten Fehler.

Aber ich hatte immer den Eindruck, dass die Choreografie schon vorher feststand und man Norden dann hat so lange eingehen lassen bis man sagen konnte: Seht ihr: tot!

Die ZoB hält jedenfalls Kontakt zum Förderverein – in der Vergangenheit und aktuell.

Kann/darf man Geschäftsführung der Trägergesellschaft und die Mehrheiten im Landkreis Ihrer Meinung nach trennen?

David Gronewold: Jein, ich nehme es den Herren Sikken und Reinders ab, dass sie sich intern für Norden einsetzen, ich vermute mal im Sinne von positivem Denken, dass Frau Feldmann und Frau Kleen usw. von der SPD das auch tun. Sicher bin ich mir, dass der jeweilige Rest der Parteien im Landkreis das abbügelt.

Dass die Norder also einfach überstimmt werden…

Sehen Sie noch Chancen für den Erhalt des Standorts Norden?

David Gronewold: Ja. Dafür wird man aber inzwischen ausgelacht.

Aber es gibt eben Krankenhäuser, die klein ganz wunderbar lukrativ tragbar sind. Man muss kreativ überlegen, wie man mit wem kooperieren kann.

Muss ein Krankenhaus überhaupt lukrativ tragbar sein?

David Gronewold: Nein, eben nicht!

Ich zahle meine Krankenkassenbeiträge auch nicht, weil ich zu viel Geld habe… Gesundheit kostet eben, individuell und staatlich.

Mit David Gronewold (ZoB) sprach Lars Schafft via facebook

2 Kommentare

  • Norbert Krolle meint:

    Wenn man sieht, wie man jetzt in Emden mit dem Bürgerentscheid umgeht, darf sich keiner darüber ereifern, dass ich in Zukunft eine Partei am Rande wähle ….

  • Florian Kaiser meint:

    Herr Gronewold hat es verstanden. In der Politik ist nicht immer alles so einfach darzustellen. Trotzdem denke ich, dass unsere Politiker das richtige tun. Dafür muss die Bevölkerung sich aber auch hinter diese stellen. Das heißt die Norder müssen Ihren Arsch hochkriegen!

Ihre Meinung zu diesem Thema?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.