Endlich! Es tut sich was in Norddeich.

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Ein Kommentar von Lars Schafft. Unumstritten war Kurdirektor Armin Korok eigentlich nie. Von der nordfriesischen Insel Föhr gekommen, eckte er mit vielen Ideen (»Masterplan Wasserkante«, Hotel-Bauten direkt am Strand, Bade-Lagune) an der ostfriesischen Küste an, und konnte bislang keine bahnbrechenden Änderungen in Norddeich vorweisen. Die Besucherzahlen stimmen, aber unübersehbar: Norddeich ist altbacken im Vergleich zu anderen Ferienzielen. Noch steht der Satz: »Das Schönste an Norddeich ist der Blick auf Norderney.«

Doch Koroks »Masterplan«, die komplette Umgestaltung des Norddeicher Strandes, hat nicht nur sinnige Züge angenommen – lassen wir die unrealistische Lagune außen vor -, sondern ist durch die Fördermittel von Land und Kreis nun auch realistisch geworden. Richtig erkannt hat er, dass Norddeich derzeit kein Ort zum Flanieren ist. Wo auch? Völlig eintönig gestaltete Ferienwohnungen ohne Flair und Glanz, teils sichtbar in die Jahre gekommen. Die Gastronomie ebenso irgendwo stehengeblieben in den 1980ern. Kein Pfiff, keine Innovation. Es bleibt die gute Anbindung ans Ruhrgebiet. Und der Blick auf Norderney.

Doch Korok ist stoisch geblieben und hat sich gegen die heimischen Vermieter, wo bei vielen »Veränderung« ein No-go-Wort ist, wie gegen die lokale Politik durchgesetzt. Wenn die Millionen nun fließen und die ersten Bagger anfahren, wird deutlich: Der Kurdirektor hat sein Ziel erreicht. Norddeich 21 wird nicht das selbe sein wie jetzt.

Sicherlich war es ein Kampf gegen Windmühlen. Nicht wenige werden sagen, dass doch alles gut war, wie bisher. Doch das war es nicht. Konkurrenz wie Bensersiel zeigt, wie es geht. Und in Norddeich blieb eben nur der Blick nach Norderney. Kein Zufall, dass dort ein ultramodernes Terminal der Frisia entstand und nicht am Festland.

Die Nationalparkpromenade wird Norddeich aufwerten, keine Frage. Auch Norder werden dann die Möglichkeit, am Strand spazieren zu gehen, neu für sich entdecken. Wir dürfen uns auf 2021, wenn die »Wasserkante« eröffnet werden soll, freuen, erst recht, wenn die Dünenlandschaft folgt.

Doch es bleiben Makel: Das Ocean Wave ist in die Jahre gekommen, für einen »Relaunch« fehlt das Konzept. Und: Das geschlossene, völlig marode Freibad, wird auch über 2021 ein gewaltiger Dorn im Auge aller Norddeicher, Norder und Gäste bleiben.

Hier ist die Politik gefordert, endlich eine Entscheidung zu treffen. Abriss und harmonische Integration der Fläche in die neue »Wasserkante«“ kann eine Lösung sein, wenn der Rest stimmt. Neubau nach wie vor allerdings auch.

Norddeich 21 wird eine Herausforderung für alle Beteiligten. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Für einen charmanten Urlaubsort mit Potenzial, der mehr ist als eine Bettenburg mit Seeblick. Das Thema »Dorfkern« muss dringend angefasst werden.

Für die nun mögliche Umsetzung der »Wasserkante« muss man Kurdirektor Armin Korok aber allen Respekt zollen.