Norden-Norddeich soll »Sicherer Hafen« werden

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Die Norder Grünen starten zusammen mit der SPD Norden, der Ludgeri-Kirchengemeinde, dem Bioland-Hof Agena-Dreyer sowie Einzelpersönlichkeiten eine Unterschriftenaktion für eine humanitäre Asylpolitik und die zivile Seenotrettung. Ziel ist es, dass die Stadt Norden den Hafen Norddeich zum Sicheren Hafen erklärt.

Das haben bereits 47 Städte und Gemeinden in ganz Deutschland getan und sich damit gegen die Abschottungspolitik der EU, das Sterben im Mittelmeer und die Kriminalisierung von Seenotrettern ausgesprochen. An der deutschen Nordseeküste wäre Norddeich der erste Sichere Hafen.

Am Dienstag, dem 23. April wird Dr. Ralf-Michael Lübbers (Sea-Watch) um 19:30 Uhr in der Gaststätte Mittelhaus (Neuer Weg 11, Norden) über die Seenotrettung, seine Erfahrungen auf See sowie über die gegenwärtige Lage aus erster Hand berichten. Der Eintritt ist frei.

Täglich riskieren Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer nach Europa ihr Leben. Viele geraten in Seenot und haben keine Chance. Von den Militärschiffen werden sie gegen ihren Willen in das Bürgerkriegsland Libyen zurückgebracht. In den dortigen Flüchtlingslagern herrschen nach einer internen Einschätzung des Auswärtigen Amts der Bundesregierung »KZ-ähnliche Verhältnisse«. Zivile  Seenotrettungsschiffe werden am Auslaufen gehindert und ihre Besatzungen werden strafrechtlich verfolgt. Wenn es ihnen doch einmal gelingt, Flüchtlinge aus Seenot zu retten, verweigern europäische Häfen den Schiffen das Anlegen.

»Ich schäme mich für ein Europa, das sich aus Furcht vor rechten Hetzern von Menschen in Not abwendet«, sagt Timo Schneider, einer der Initiatoren der Kampagne, und ergänzt: »Meine Heimatstadt kann und sollte hier ein Zeichen setzen für eine Selbstverständlichkeit: Wer in Seenot ist, wird gerettet.«

Der Seebrücke e.V. beschreibt genau, was zu einem Sicheren Hafen gehört: Solidarität mit Geflüchteten und Seenotrettern auf dem Mittelmeer, die Bereitschaft, gerettete Menschen aufzunehmen und ankommen zu lassen, sowie die Vernetzung mit anderen Sicheren Häfen in Deutschland und ganz Europa. Viele Menschen aus Norden und Umgebung haben sich dem Aufruf bereits angeschlossen. Zu ihnen zählen Dr. Ralf-Michael Lübbers und Rainer Willmer, die sich mit Sea-Watch bzw. Sea-Eye selbst an zivilen Seenotrettungsmissionen auf dem Mittelmeer beteiligt haben.Neben den bereits stattfindenden Unterschriftensammlungen der Unterstützer werden bis zur Europawahl am 26. Mai ab kommenden Samstag immer samstags in der Norder Innenstadt an den Ständen von SPD und Grünen Unterschriften gesammelt.