Mit einem Nachtzug nach Norddeich…

Norddeich: , , – 2.200 mal gelesen

Der Naturschutzbund Niedersachsen wünscht sich eine Anbindung weiterer Bereiche Niedersachsens an das erfolgreiche Netz der Nachtzüge mit Schlaf-, Liege- und Sitzwagenplätzen, das durch die österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) betrieben wird.

»Klimaschutz bedeutet, auch im Verkehrsbereich tätig zu werden und schädliche Treibhausgase zu reduzieren, wenn die international vereinbarten Ziele der Pariser Klimakonferenz nicht nur Makulatur bleiben sollen«, begründete Jörg Schneider vom NABU Niedersachsen, den ausdrücklichen Wunsch des mehr als 101.000 Mitglieder starken NABU-Landsverbands. Gleichzeitig könne so der Tourismus an der Nordseeküste gestärkt werden.

»Gerade aus dem Verkehrssektor wird kräftig emittiert, deshalb gibt es keine Alternative zur verstärkten Nutzung der Schiene und der Reduzierung des Auto- und vor allem Luftverkehrs. Dafür sind jedoch auch attraktive Angebote erforderlich«, unterstreicht Schneider. Nachdem sich die Deutsche Bahn vor einigen Jahren nach mehr als einem Jahrhundert komplett aus dem Betrieb der Schlaf- und Liegewagen zurückgezogen hat, wird diese Lücke seit einiger Zeit sehr erfolgreich von den ÖBB ausgefüllt. In diesen Zügen lässt es sich klimabewusst über Nacht nach Süddeutschland, Österreich und in andere Länder des Alpenraumes reisen. Zudem sind sie so getaktet, dass gute Übergänge auch in den Mittelmeerraum und nach Ost- und Westeuropa möglich sind.

Vom Süden nach Norddeich in den Inselurlaub

Der NABU Niedersachsen ruft die Landesregierung auf, Gespräche mit der ÖBB über einen Ausbau der Nachtzugverbindungen zu führen. Neben den bislang an den »nightjet« der ÖBB angebundenen Städten Hannover und Göttingen sollten weitere Orte des Bundeslandes eine Anbindung erfahren: So sei eine Verbindung in Westniedersachsen, beispielsweise von Norddeich über Leer, Oldenburg, Bremen, Osnabrück nach Süden nötig.

Der NABU hält es für wichtig, die ÖBB in ihrem Engagement zu unterstützen und aktiv auf diese zuzugehen. So könne geklärt werden, welche Rahmenbedingungen benötigt werden für eine verbesserte Anbindung Westniedersachsens. Für die Wirtschaft könnte eine derartige Anbindung von Interesse sein, schließlich arbeiten in Westniedersachsen eine Vielzahl an weltweit aktiven Unternehmen mit entsprechenden Dienstreiseaufkommen. Ebenso sollte die Landesregierung auf diesem Wege ihr Interesse an einer verbesserten Verbindung der Tourismusregion an der Nordseeküste deutlich machen. Bei einer entsprechenden Verbindung könnten bayerische und baden-württembergische Gäste z.B. so zukünftig umsteigefrei und mit gutem Umweltgewissen bis nach Norddeich Mole fahren und dort ausgeruht mit der ersten Fähre in den Inselurlaub starten.

4 Kommentare

  • Tüpker meint:

    Ich fahre diese Strecke wöchentlich als Berufpendler.

    Der NJ Hannover Nürnberg ist nicht ausreichend, um morgens ausgeruht und leistungsfähig den beruflichen Anforderungen gerecht zu werden.

    Ein Zuglauf von/bis Oldenburg, …, Augustfehn, …, Marienhafe (!), …, Norddeich-Mole ist ein notwendiges Angebot.

    Wenn der Zug in Marienhafe nicht hält, weichen wir nach Augustfehn aus:
    Die letzte Verbindung fährt nur (noch) bis Emden, in Augustfehn gibt es kostenlose Parkplätze in ausreichender Anzahl und diese sind fußläufig gut erreichbar.

    In Nbg. fehlt morgens der Anschluß an den ÖPN. Dieser nimmt erst eine Stunde nach Ankunft des NJ seinen Betrieb auf. Vor Ort gibt es zu dieser Zeit keine bewachten/beheizten Wartebereiche.

  • Fabian meint:

    Eine gute Idee, ich hoffe das die ÖBB ihren Kurs beibehält und weiter im Nachtzugbereich expandiert!

  • Sarah meint:

    Von Ostfrieslands Küste zu den Alpen 🙂 und zurück, das wäre so genial, und dann über Nacht.

  • Anneliese Bekiopoulos meint:

    Gut so,darauf warte ich schon lange,ein stressfreier urlaubsbeginn wäre das schon mal

Ihre Meinung zu diesem Thema?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.