Inselflieger feiern Fünztigsten

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Die FLN Frisia-Luftverkehr GmbH mit Sitz in Norden/Norddeich, eine Tochtergesellschaft der AG Reederei Norden-Frisia, feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.

Während das Ursprungsunternehmen der FLN im Juni 1969 durch den damaligen Vorstand der Reederei, Walter Stegmann sowie den Luftfahrtunternehmer Friedrich Brenner mit Sitz in Norden/Norddeich gegründet wurde, betrieb es die Reederei Norden-Frisia schon ein Jahr später komplett in eigener Regie. Zweck des Unternehmens war von Anfang an der Flugverkehr zu den Inseln Norderney und Juist in Ergänzung des Schiffsverkehrs der Reederei sowie Charterflüge zu den benachbarten Inseln und Helgoland.

Bediente man sich zu Beginn noch der viersitzigen, einmotorigen Flugzeuge vom Typ Cessna 172, kamen ab Ende der 70er Jahre auch zehnsitzige, zweimotorige Einheiten vom Typ Britten-Norman (BN) zum Einsatz. In den 80/90er Jahren verfügte das Unternehmen bereits über drei BN sowie zwei kleinere Maschinen vom Typ Cessna. Mitte der 2000er Jahre wurde noch eine vierte Maschine vom Typ BN angeschafft, um den gestiegenen Fluggastzahlen gerecht zu werden.

Kontinuierlich wurde in den Flugplatz Norddeich bzw. die Infrastruktur vor Ort investiert. War die Landefläche anfangs noch eine unbefestigte Graspiste, so wurde sie nach und nach befestigt und für größeres Fluggerät verlängert. Auch die Flugabfertigung wurde sukzessive modernisiert und dem steigenden Flugbetrieb zu den Inseln angepasst. Die Fluggastzahlen stiegen von anfänglich 15.000 Personen 1970, auf 35.000 Personen Anfang der 80er Jahre und mehr als 50.000 Gäste in den 90er und 2000er Jahren.

Durch die Ansiedelung der Offshorefirmen „Örsted“ (früher: Dong Energy) und „Nordsee One“ in Norddeich entwickelte sich in den letzten Jahren ein neues Geschäftsfeld für den Flugplatz Norddeich: die Versorgung der Windparks per Helikopter. Mit dem Windparkbetreiber „Örsted“ konnte ein langfristiger Vertrag über die Nutzung der eigens auf dem Flugplatzgelände geschaffenen Hangarstellplätze sowie Serviceeinrichtungen für Techniker geschlossen werden.

Im November 2014 kam es zu einer für den ostfriesischen Inseltourismus bedeutsamen Fusion der bislang jeweils eigenständig am Markt operierenden Flugunternehmen FLN und LFH Luftverkehr Friesland-Harle. Während sich das Geschäft der FLN bislang auf die Anbindung der Inseln Norderney und Juist konzentrierte, lag das Kerngeschäft der LFH in der Versorgung der Insel Wangerooge. Durch den Zusammenschluss der in etwa gleichgroßen Betriebe verdoppelte sich nicht nur die Kapazität an identischen Flugzeugtypen (BN und Cessna) auf insgesamt 15 Einheiten, sondern auch die Fluggastzahlen sprangen von jeweils rund 60.000 Personen auf mehr als 120.000 Passagiere im Jahr.

Der Unternehmensverbund FLN/LFH firmiert zwar weiter unter dem Namen FLN, bekam aber den von der LFH übernommenen Beinamen »die Inselflieger«. Die Inselflieger konnten seit ihrer Fusion kontinuierlich die Beförderungszahlen steigern, so dass 2018 ein Rekordjahr zu verzeichnen war. Mit 133.000 Fluggästen wurde das Vorjahr um rd. 13% übertroffen.